Dankbar sein

Erntedank ist für mich als Religionslehrerin ein sehr wichtiges Thema. Aber gerade weil es so umfassend ist, finde ich es nicht nur als Religionslehrerin so wichtig. Ich merke, dass für unsere Kinder so viele Dinge mehr als selbstverständlich sind.

Ein kleines Beispiel dazu: Es ist ein heißer Sommertag und ich teile als Lehrerin mit Herz eine runde Wassereis aus. Anstatt ein „Danke, Frau Mania!“ zu hören, vernehme ich nur: „Ich mag die Farbe aber nicht.“, „Ach nein, ich will lieber grün!“, „Na toll! Ich möchte ein anderes.“

Ich bin ein wirklich sehr geduldiger Mensch. Doch diese Situation hat mich so wütend und traurig gemacht. Und nach dem anfänglichen Ärger, habe ich angefangen nachzudenken. Wie bringe ich die Schüler dazu, dankbar zu sein für das was sie bekommen und auch haben? Was kann ich als Lehrerin tun? Angefangen von simplen Gesprächen, bis hin zu dem Film „Auf dem Weg zur Schule“ (sehr empfehlenswert – Danke Anna für den Tipp), kamen viele Gedanken auf.

Jetzt im Herbst holt mich dieses Thema wieder ein. Aber auf eine andere Art und Weise. Ich gehe spazieren, sehe wie die Bäume ihr Kleid verlieren, uns ihre Früchte und ihre Farben schenken, sehe wie sie Kinderherzen durch raschelndes Laub höher schlagen lassen… und all das ganz still und leise. So demütig und trotzdem erhaben. Es ist so wahnsinnig beeindruckend wie man aus so einer passiven Haltung so viel wunderbares erreichen kann.

Und genau diese großartigen Bilder lassen einen dankbar sein. Dankbar für all das, was wir haben. Vielleicht nehmt Ihr Euch eine Stunde Zeit und geht mit Euren Schülern inne. Lasst den Trubel und die Hektik draußen und genießt diese wunderbaren Eindrücke.

Dazu könnt ihr Euch hier passende Materialien ausdrucken.

Illustrationen: www.katehadfielddesigns.com

Schriften: MSLBeKind von Lauren Bowen, ABeZeh von Anja Meiners